Stimmungsbilder mit maximaler Sogwirkung

Als I-Wolf setzt W. Schlögl die zwischen Dub und Trip-Hop angesiedelten Klangreisen seines Solo-Standbeins fort

Von Andreas Rauschal
I-Wolf and the Maschines.

I-Wolf and the Maschines.i-wolf.org

Wien. Wann genau der Mann zur Ruhe kommt – und ob überhaupt -, ist nicht bekannt. Schließlich gilt Wolfgang Schlögl nicht nur mit seinen Sofa Surfers als mindestens umtriebig. Aus dem jüngeren Werkkatalog zu erwähnen sind neben Arbeiten für das Theater etwa ein Album seines Projekts Paradies der Tiere, die streng wissenschaftliche “Molekular-Musik” des Faraday Orchestras oder ein Joint Venture mit Paul Divjak als Team Tool Time, das der westlichen Honigbiene ein akustisches Denkmal errichtete.

Als I-Wolf setzt Schlögl nun die zwischen Dub und Trip-Hop angesiedelten Klangreisen seines primären Solo-Standbeins fort, für das zuletzt vor beinahe zehn Jahren Zeit blieb. Weil jede Rückkehr mit einem Tusch über die Bühne gehen soll, werden auf Seayou Records gleich zwei Alben veröffentlicht. Wie ab 7. Juni physisch und bereits jetzt digital überprüft werden kann, muss Schlögl während einer Spielzeit von insgesamt zwei Stunden nicht mit Ideen geizen – es sind ja genug davon da. Unterstützt von den Chainreactions um die Sängerinnen Aisha, Briknie und Nomadee wird auf “Flesh+Blood” einerseits blues- und soulinduziert wie verstärkt auch jazzlastig gearbeitet – wobei die atmosphärischen Ergebnisse mit perkussivem Getrommel und elektronischen Beats dennoch auf den Club zusteuern.

Das Befreiungsmantra des Blues
Andererseits wurzelt das semiakustische Songwriting von “Skull+Bones” tief im begräbnistauglichen Befreiungsmantra des Blues und lässt keine Zweifel, dass Textzeilen wie “I’ve tried to do it right / but the struggle feels like falling” nicht auf das Werk selbst zu beziehen sind. I-Wolf & The Chainreactions? Souverän!