Albumkritik im NOW!

Caught In The Act
Von: Sebastian Fasthuber
Fulminantes Hörstück des Sofa Surfers.Sieben Jahre liegt Wolfgang Schlögls letztes Soloalbum zurück. Damals firmierte der Sofa Surferunter seinem Club-Namen I-Wolf, jetzt veröffentlicht er erstmals ein Album unter bürgerlichem Namen. Als Grund dafür darf vermutet werden, dass es auf Caught In The Act seriös wird. Es handelt sich um eine Zusammenstellung von Musik, die Schlögl in den letzten Jahren im Zuge von Auftragsarbeiten für Theaterstücke geschrieben und produziert hat und die u.a. am Burgtheater und im Wiener Schauspielhaus zu hören war. Zum Glück ist Caught In The Act kein Produkt, das nur zwecks Materialverwertung entstanden ist. Schlögl hat sich noch einige Arbeit damit gemacht, die einzelnen Kompositionen aus ihrem Kontext herausgenommen, im Studio stark bearbeitet – verdichtet, umgemodelt und mit Overdubs versehen – und mit Übergängen versehen, sodass als Ergebnis ein einziges, langes Hörstück mit zahlreichen Facetten und Klangfarben steht. Die Palette ist beeindruckend. Ob er in zarten Pianotupfern schwelgt oder seine Festplatte in Lärm ausbrechen lässt, sein Händchen für gute Beats ausspielt oder ambientmäßigen Wall Of Sound aufbaut, sich in pastoralem Folk ergeht oder einen elektronischen Blues vom Stapel lässt, Schlögl bewegt sich stets souverän zwischen den verschiedensten Stilen und Genres. Caught In The Act ist kein beiläufiges Nebenwerk, sondern souveräner Sound für das Theater im Kopf. Wer braucht da noch Schauspieler?