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Sofa Surfers: Maenner mit Bass

Christian Schachinger, 13. September 2012, 17:13
  • >>>Zur Ansichtssache: Musik macht Mode
    foto: irina gavrich

Die Sofa Surfers zählen zu den international erfolgreichsten Acts des Landes. Auch ihre neue Platte findet die Mitte zwischen Clubkultur und Rockbühne

Die Wiener Sofa Surfers zählen von ihrem Debüt “Transit” von 1997 herauf bis zum nun vorliegenden sechsten Studioalbum “Superluminal” nicht nur zu den international erfolgreichsten österreichischen Acts im Grenzbereich von Rock und Elektronik. Mit ihren dunklen, düsteren, intensiven Klanglandschaften haben die vier Stammmitglieder Wolfgang Schlögl, Wolfgang Frisch, Michael Holzgruber und Markus Kienzl über die Jahre auch einen eigenen “Signature Sound” geschaffen. Besonders deutlich wird das neben regulären Veröffentlichungen wie zuletzt dem titellosen “roten Album” oder “Blindside” auch bei ihren düsteren Soundtracks für die von Wolfgang Murnberger verfilmten Wolf-Haas-Krimis um Privatdetektiv Simon Brenner: “Komm, süßer Tod”, “Silentium!”, “Der Knochenmann”.

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Ausgehend von ursprünglich in Jamaika generierten Dub-Techniken, gelingt es den Sofa Surfers, kollektive Jam-Sessions im Studio und Proberaum zu kompakten, jederzeit als Sofa-Surfers-Kompositionen erkennbaren Tracks zu verdichten. Diese werden auf dem neuen Album von den beiden Sängern Mani Obeya und dem frisch hinzugekommenen Jonny Sass zu kraftvollen Song-Statements im Club wie auf der Konzertbühne verdichtet.

Dass die Sofa Surfers dabei eher auf technische Innovationen und das Klangforschungslabor Dub als noch immer gültige kreative Motivation denn auf modische Neuheiten vertrauen, macht sie zwar grundsätzlich misstrauisch gegenüber jedweden Moden. Laut Wolfgang Frisch ist sich das Experiment mit den Sofa Surfers als Mantelmodels dann aber trotzdem und trotz eher vorsichtig abweisender Haltung “irgendwie ausgegangen”.

Wolfgang Schlögl: “Wenn man sich schon so lange wie wir kennt, ist es gut, so etwas wie den im Dub grundlegenden Bass als gemeinsame Basis zu haben.”

Wolfgang Frisch: “Das Dunkle, Weiche im Dub ist wichtig, auch wenn das aktuell nicht so sehr präsent sein mag.”

Markus Kienzl: “Wichtig ist für uns auch, eine Grundlage zu finden, von der aus man sich in die Musik hineinfallen lassen kann und will.”

Wolfgang Schlögl: “Das wird dann streng repetiert und mit Sounds und Effekten aufgeladen.”

Muss man sich nach all den Jahren also heute eine Bandprobe oder Aufnahmesession der Sofa Surfers als Vorstandssitzung vorstellen, deren erster Tagesordnungspunkt “Gemeinsam improvisieren” lautet?

Markus Kienzl: “Das kann man durchaus so sagen. Der Vorstand gibt die Zielrichtung vor – und wir arbeiten dann konzentriert. Schön, dass es dem Unternehmen zumindest emotional gutgeht.”

Wolfgang Schlögl: “Das pragmatische Element wurde über die Jahre zunehmend wichtiger. Wir haben alle Familien und arbeiten heute schon aus zeitlichen Gründen weitaus effektiver als früher. Wir waren jetzt für das neue Album zehn Tage auf Klausur auf dem Land. Das ist neu für uns.”

Wolfgang Frisch: “Proben von zehn bis 15 Uhr, dann holt man die Kinder von der Schule ab, das funktioniert so nicht. Das wäre Beamtentum.”

Michael Holzgruber: “Wenn man sich schon aufeinander einlässt, will man am Ende auch etwas Greifbares haben.”

Die daraus entstehenden Songs, darauf können sich alle einigen, bieten aufgrund des am Ende hinzugefügten Gesangs noch immer genügend Reibungsflächen und Widerstände, um der Gefahr der Routine und eines Dienstes nach Vorschrift zu entgehen.

Wolfgang Frisch: “Wenn man sich im Groove wohlfühlt, kann man an der Oberfläche kratzen, damit es nicht zu beschaulich oder behaglich wird. Man muss auch aufpassen, dass man sich beim Zusammenspielen nicht zu sehr zurückhält, sonst passiert gar nichts mehr.”

Markus Kienzl: “Wir streiten ganz selten, höchstens über logistische Angelegenheiten. Musikalisch können wir uns aufeinander verlassen. Einerseits ist das Zusammenleben so wie in einer alten Ehe, andererseits wird man im Alter zunehmend weniger kompromissbereit. Ich finde unsere früheren Sachen verdaddelter, heute sind wir fokussierter. Der Zeitfaktor spielt eine enorme Rolle.”

Wolfgang Schlögl: “Gegen eventuelle Routinen hilft auch, dass wir alle zwar heute weniger in Clubs gehen, aber immer noch neue Musik hören. Nicht dass wir jetzt plötzlich Dubstep machen wollen, aber möglicherweise fließt das ein.”

Michael Holzgruber: “Wir haben alle Soloprojekte. Das hält frisch. Sofasurfen allein wäre zu wenig.” (Christian Schachinger, Rondo, DER STANDARD, 14.9.2012)

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